{"id":35322,"date":"2015-05-02T09:05:40","date_gmt":"2015-05-02T09:05:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zitoway.com.mialias.net\/2015\/05\/02\/petra-reiter\/"},"modified":"2015-05-02T09:05:40","modified_gmt":"2015-05-02T09:05:40","slug":"petra-reiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zitoway.com\/es\/petra-reiter\/","title":{"rendered":"Petra Reiter"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">100 km del Sahara. Zu Fu\u00df durch die trockene W\u00fcste in Senegal<br>Am 25.04.2015 bin ich nach Senegal-Dekar geflogen, um dort an einem W\u00fcstenlauf teilzunehmen.<br>103 Km an 4 Tagen.<br>Am 27.04.2015 startet ich mit 49 Teilnehmern aus ganz Europa zu dieser f\u00fcr mich au\u00dfergew\u00f6hnlichen Lauf Expedition.<br>Die W\u00fcste in Senegal \u00fcbt wegen, extrem hei\u00dfen schon fast tropischen Klima ihrer vielseitigen Landschaft eine gro\u00dfe Faszination aus.<br>Sand, Staub, Stein und Wind sind st\u00e4ndige Begleiter. 48 Grad ohne Schatten und 100 Prozent Stille.<br>Diese extremen Bedingungen und diese einzigartige Natur zu erleben d\u00fcrfen, haben mich zu diesem Abenteuer veranlasst.<br>Die endlosen Sandebenen und abgelegenen W\u00fcstend\u00f6rfer bildeten eine atemberaubende Kulisse bei diesem Lauf.<br>Es ist Montag 27.04.2015. Insgesamt 49 L\u00e4ufer aus aller Herren L\u00e4nder haben sich am Start in der W\u00fcste versammelt. Mittendrin stehe ich. M\u00e4chtige Sandd\u00fcnen umgaben mich.<br>Es war ein tolles Gef\u00fchl endlich starten zu d\u00fcrfen.<br>13 km sind zu bew\u00e4ltigen. Fast 4 Monate habe ich mich intensiv auf diesen Lauf vorbereitet, k\u00f6rperlich wie mental. Jetzt sind es nur noch ein paar Minuten bis zum Start.<br>Die Stimmung war gro\u00dfartig.<br>Um 8:30 Uhr ert\u00f6nt endlich der Startschuss.<br>\u201eMach langsam\u201c, sagte ich mir. Ein zu schnelles Loslaufen kann in Anbetracht der 4 Etappen fatale Folgen haben.<br>So lief ich die ersten Kilometer \u00fcber sandige Anstiege. Ein Gef\u00fchl des Gl\u00fccks und der Freude durchfuhr mich. Nach 1 Stunde und 36 Minuten hatte ich gl\u00fccklich das Ziel erreicht. Es herrscht eine faszinierende Atmosph\u00e4re.<br>Party J<br>Die erste Ber\u00fchrung mit dem Sand und Klima ist vollbracht. Gespannt und Respektvoll bereitete ich mich auf die n\u00e4chste Herausforderung vor. Der W\u00fcstenmarathon steht vor der T\u00fcr.<br>42,2 Km warten auf mich.<br>Schon um 6:30 Uhr ist Start. Ich schaue auf meine Lauf Uhr. Noch 5 Minuten. Die Luft ist jetzt zum Zerrei\u00dfen gespannt. Der Veranstalter spricht noch ein paar Worte \u00fcber Mikrofon zu uns L\u00e4ufern. Zum wiederholten mal zupfe ich an meinem Laufshirt. Sitzt alles richtig? Habe ich auch alles dabei?<br>Schlie\u00dflich erscheint der Song \u201eWe will Rock you\u201c von Queen.<br>Jetzt geht\u2019s los. Mein Herz schl\u00e4gt schneller. 42,2 km durch die W\u00fcste, und ich werde das Ding durchziehen, sagte ich mir.<br>Dann endlich der Startschuss.&nbsp;<br>In einem lockeren Laufschritt bewegte ich mich vorw\u00e4rts. Die ersten Kilometer auf sandigem, welligem Gel\u00e4nde, waren gut zu meistern. Trotz gro\u00dfer Hitze und schwierigem Untergrund f\u00fchlte ich mich gro\u00dfartig.<br>Ich genie\u00dfe die Natur. Ich sauge diese Momente voll und ganz in mich auf. Ein L\u00e4cheln huschte mir \u00fcber den Mund und Gl\u00fccksgef\u00fchle durchstr\u00f6mten meinen K\u00f6rper. Ist es nicht ein absolutes Privileg, hier in dieser traumhaften Landschaft laufen zu d\u00fcrfen?<br>Ich nehme einen Schluck von meinem Salzgetr\u00e4nk und immer wieder einen von meinem Isotonischen Getr\u00e4nk. \u201eBald hast du die h\u00e4lfte des Rennens geschafft\u201c, motivierte ich mich. Es lief wie am Schn\u00fcrchen. Weiterhin genoss ich die faszinierende Landschaft.<br>Ich fieberte dem n\u00e4chsten Verpflegungspoint bei Km 24 entgegen. Gedanklich strukturiere ich mir immer die gesamte Strecke in kleine Abschnitte. Das hilft mir ungemein, gerade wenn ich mich in einer Tiefphase befinde.<br>Es wird immer hei\u00dfer. Die Sonne steht senkrecht \u00fcber mir. Die W\u00fcste bietet kein Schatten. Zudem war es sehr windig. Der warme Wind blies mir kr\u00e4ftig ins Gesicht.<br>Nun hatte ich die Verpflegungsstelle erreicht. Ich nahm mir ein st\u00fcck Melone und etwas Wasser. Die Melone war k\u00f6stlich.<br>Weiter ging es in der Stille der W\u00fcste. Bis km 38 lief alles hervorragend. Pl\u00f6tzlich wurde mir schlecht. Ich reduzierte deutlich mein Tempo. Ich hatte mich \u00fcbergeben und ging weiter. Noch 4 Km lagen vor mir. Doch daran verschwendete ich keinen Gedanken. Mein Fokus richtete sich immer nur auf den jeweils n\u00e4chsten Schritt. Auf jeden einzelnen Felsen, den ich passierte. Ich war nur im Hier und Jetzt.<br>Ich f\u00fchlte mich deutlich besser und entschloss mich, wieder zu rennen.<br>Sofort sp\u00fcrte ich heftige Kr\u00e4mpfe in meinen Beinen. Niemals zuvor hatte ich Kr\u00e4mpfe. Jeder Schritt tat wahnsinnig weh. So grausam kann die W\u00fcste sein.<br>Meter f\u00fcr Meter wanderte ich h\u00f6her und weiter. Es war die H\u00f6lle.<br>Ich f\u00fchlte mich sehr m\u00fcde.<br>Ich verlor viel Zeit. \u00dcber Sand, Ger\u00f6ll und Schotter bewegte ich mich weiter vorw\u00e4rts. \u201eIst das endlich das Ziel?\u201c<br>Emotionen \u00fcberrollten mich, tr\u00e4nen flossen, Gl\u00fccksgef\u00fchle durchstr\u00f6mten meinen ganzen K\u00f6rper.<br>Kinder aus Senegal und die L\u00e4ufer die schon im Ziel waren feuerten mich an und riefen meinen Namen.<br>Dann die allerletzten Meter. Nach 5 Stunden und 44 Minuten stoppte ich die Uhr. Ich habe es geschafft. Mit Worten kann ich nicht beschreiben, was in mir vorging. Tr\u00e4nen liefen mir \u00fcber die Wangen. Ich war endlich im Ziel. Dieser Marathon hat mich mehr denn je \u00fcber meine pers\u00f6nliche Grenzen gebracht und diese habe ich \u00fcberwunden. Eine Wahnsinns Erfahrung, was man alles im Leben mit Willen und der Vorstellungskraft erreichen kann.<br>Am n\u00e4chsten Morgen 29.04.2015 um 8:30 Uhr genoss ich den Start der neuen Etappe. Heute sind 27 km zu bew\u00e4ltigen.<br>Nach der gestrigen Erfahrung bin ich sehr vorsichtig losgelaufen. Ziel f\u00fcr heute \u201edurchrennen.\u201c<br>Mein ganzes Empfinden galt meinem K\u00f6rper, meinen Beinen. Sobald etwas zwickte, lief ich langsamer.&nbsp;<br>So nun hatte ich hochdosierte Salztabletten dabei, die ich st\u00fcndlich zu mir nahm. Bei solchen anspruchsvollen Extreml\u00e4ufen ist das dringend notwendig.<br>Wieder waren es Temperaturen um die 48 Grad Celsius. Trotz der Anstrengung genoss ich jeden Meter. Ich bin bet\u00f6rt von dieser grandiosen Sch\u00f6nheit der Natur. Dieser besondere Zauber, mit ihren sch\u00f6nen Farben und Formen, mit Steinen, Kristallen und D\u00fcnenmeeren deren Sand so fein ist wie Puderzucker. Wie an keinem anderen Ort, nahm ich eine erstaunliche Konzentrationsf\u00e4higkeit auf das Wesentliche wahr. Das unwichtige f\u00e4llt schnell ab und das Leben bekommt eine neue Ausrichtung und Leichtigkeit. Ich kam mit meinem Wesen und das was mir wichtig ist in Kontakt.<br>Meinen Beinen ging es erstaunlich gut. Wenn du schon so viele Kilometer in diesem Terrain in den Beinen hast, kommen dir die 27 km im vergleich zum Marathon nicht mehr so ehrfurchterregend vor. Nur noch zwei Kilometer trennten mich vom Ziel. Mit Gl\u00fccksgef\u00fchlen erh\u00f6hte ich das Tempo.<br>Ich rei\u00dfe meine Arme in die Luft und freue mich wie ein kleines Kind, bei strahlend blauem Himmel, nach 3 Stunden und 36 Minuten \u00fcber die Ziellinie zu laufen.<br>Unvorstellbar, wie schnell der K\u00f6rper regeneriert. Ein Tag zuvor konnte ich nicht mehr rennen. Heute bin ich 27 Kilometer durchgerannt.<br>Donnerstag 30.04.2014 letzter Etappenstart um 8:30 Uhr. Ich f\u00fchlte mich stark genug um die letzten 21 km zu besiegen.<br>Gleich nach dem Start wartet ein steiler Anstieg auf die L\u00e4ufer. Die Hitze l\u00e4sst die Situation noch brutaler erscheinen. Meine Beine f\u00fchlten sich super an. Ich war etwas mutiger als der Tag zuvor und lief mit einem h\u00f6herem Tempo.<br>Die Landschaftliche Kulisse war beeindruckend. An der einzigen Versorgungsstelle (km 12) blieb ich f\u00fcr einen kurzen Augenblick stehen und schaute mich um und erfreute mich an den weiten Sandebenen die in einem goldenen Licht erstrahlten.<br>So genoss ich jeden Kilometer mehr mit dem Gef\u00fchl der Freude, diese tolle Natur und diesen Lauf Leben und erleben zu d\u00fcrfen. Die Gef\u00fchle \u00fcberw\u00e4ltigten mich mehr und mehr. Zwei Kilometer vor dem Ziel war ich so stark ber\u00fchrt, von der Gewissheit, dass ich sogleich mein eigenes, gro\u00dfes Ziel erreichen werde.<br>Tr\u00e4nen rannen mir wieder \u00fcber die Wangen&#8230;.<br>Diese Emotionen kann ich nicht beschreiben. Es war wahnsinnig&#8230;<br>Dann die letzten Meter, ein einziger Genuss zu laufen. Dann die allerletzten Meter. Nach 2 Stunden und 19 Minuten stoppte ich die Uhr. Ich habe es geschafft. Unbeschreiblich mit Worten, was in mir vorging. Damit ging f\u00fcr mich ein gro\u00dfer Traum in Erf\u00fcllung. Dieser Lauf hat sehr vieles in meinem Leben zum Positiven ver\u00e4ndert.<br>Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal von so einen Lauf geh\u00f6rt habe, konnte ich mir die Dimensionen zun\u00e4chst nicht vorstellen.<br>Ich f\u00fchlte mich wie im siebten Himmel. Ein toller Erfolg.<br>Von 50 Teilnehmern liefen 23 L\u00e4ufer vor mir ins Ziel. Doch diese Tatsache interessierte mich \u00fcberhaupt nicht. Nicht der Wettkampf war f\u00fcr mich entscheidend. F\u00fcr mich steht die pers\u00f6nliche Erfahrung bei meinem Laufabenteuer im Vordergrund. Die sehr intensiven Lebensmomente bei meinem W\u00fcstenlauf in Senegal. Sich an seine pers\u00f6nliche Grenze heranzuwagen und diese zu \u00fcberwinden und zu erfahren.Einige der gestarteten L\u00e4ufer erreichten nicht das Ziel.&nbsp;<br>Insgesamt war ich 13 Stunden und 17 Minuten unterwegs und daf\u00fcr bin ich sehr dankbar!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>100 km del Sahara. 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